
Donnerstag, 27. August 2009
Mittwoch, 26. August 2009
taz kaufen!
der bekanntheitsgrad von eisenbach-schollach steigt und steigt und steigt ... morgen erscheint in der "taz" eine ganze seite mit einem text über die dorfschreiberei im hochschwarzwald, den ich geschrieben habe.
Gewinner im "Zeit"-Geschichtenwettbewerb
heute morgen brachte der postbote in oberbränd ein großes paket für arne: er hat bei der verlosung unter den etwa 400 kindern, die am geschichtenwettbewerb der "zeit" mitgemacht haben, ein buchpaket gewonnen. glückwunsch!! und nicht nur das: in einem brief wurde ihm mitgeteilt, dass seine geschichte über rumpelbeine auf platz 3 gelandet ist. nochmal glückwunsch!! ob nun arne, der ein großer fan von hörbüchern ist und mit vergnügen abends mit kopfhörern im bett liegt, nun anfangen wird, selbst zu lesen??
und das berichtete, einige tage später, die badische zeitung:
Arne Meister meisterlich (veröffentlicht am 08. September 2009 auf badische-zeitung.de)
Dienstag, 25. August 2009
Größenwahn oder Selbstbewusstsein?

dieses t-shirt trägt karl meister, seines zeichens vor vielen jahren zugezogener schwabe und als förster zuständig für die revierleitung eisenbach. auch die sprache liegt ihm am herzen, wie dem aufdruck des abgewandelten spruchs "wir können alles - auch hochdeutsch" auf dem t-shirt zu entnehmen ist. zwei seiner vier kinder haben beim "zeit"-geschichtenwettbewerb mitgemacht.
Guscht ist 75!
so viele autos habe ich noch nie vor dem bierhäusle parken sehen! und drinnen waren alle tische besetzt, alle. guscht ist am sonntag 75 geworden! am stammtisch wars besonders lustig.
links vom geburtstagskind sitzt der ehemalige polizeikommissar jäger aus freiburg, der auf dem melcherhof, auf dem seine mutter als kind lebte, ein zimmer hat, und regelmässiger gast in schollach ist. rechts vom geburtstagskind sitzt herr kleiser.
links im bild roland schuler, trompeter im "musikverein schollach e.v.", dessen dirigent er von 1997 bis 2004 war.
das sagt der stammtisch zu fortgeschrittener stunde über schollach:
links vom geburtstagskind sitzt der ehemalige polizeikommissar jäger aus freiburg, der auf dem melcherhof, auf dem seine mutter als kind lebte, ein zimmer hat, und regelmässiger gast in schollach ist. rechts vom geburtstagskind sitzt herr kleiser.
links im bild roland schuler, trompeter im "musikverein schollach e.v.", dessen dirigent er von 1997 bis 2004 war.das sagt der stammtisch zu fortgeschrittener stunde über schollach:
Montag, 24. August 2009
Ein erster Abschied
zur offiziellen verabschiedung in der wolfwinkelhalle am freitag, zu der ich stolz das von maria schuler gestrickte blaue jäckchen trug, waren die "geschichten aus dem schwarzen wald" der zweit- und drittklässler der schule in eisenbach auf den letzten drücker fertig geworden! 50 stück wurden verkauft.
tobias war so mutig und hat seine geschichte aus dem buch vorgelesen.
und auch laura, silas, arne und linda, die am "zeit"-geschichtenwettbewerb mitgemacht haben, ließen es sich nicht nehmen, aus ihren werken vorzutragen.
etwa 60 eisenbacher und schollacher waren gekommen. unter ihnen die komplette familie schuler, und auch bruder franz samt seiner frau waltraud. sogar zwei männer aus der cego-runde vom bierhäusle gaben sich die ehre.
bauer klaus vertrat bürgermeister kuckes, der im urlaub weilt. in einem exemplar des buches "überdacht", in öl gemalte schwarzwalddächer mit texten von roswitha stemmer-beer und ulrich beer, hat er sich mit einer widmung verewigt. nach einem zitat aus dem buch - "man muss den schwarzwald mit den augen sehen und im herzen fühlen. der schwarzwald ist die wiedererweckung eines gefühls. das ist sein geheimnis" - schreibt er: "frau bollwahn, sie haben während ihres dreimonatigen stipendiums als dorfschreiberin genau hingeschaut mit ihren augen - und erspürt mit ihrem herzen. auch sie waren sicher manchmal ergriffen vom schwarzwald - der natur, den gebäuden, vor allem aber auch den menschen. auch sie haben uns gerührt. ihre sichtweise, ihre art, dinge aus einem neuen, einem für uns ungewohnten blickwinkel zu betrachten - und sprachlich zu kommentieren - waren für uns eine sehr große freude." da war ich gerührt. gerührt war ich auch über das geweih des rehbocks, den klaus schuler in meinem beisein erlegt hat!

jürgen holtz, vorsitzender vom verein "kreatives eisenbach", der einen korb voller schwarzwald brachte - schinken, honig, kirschwasser (bio!)- beeindruckt mich schwer mit einem tollen gedicht. das fängt so an: "als bärbel bollwahn lobesam ins schollach-tal gezogen kam, da wusste sie vom schwarzen wald nur, dass er groß ist, schön und alt! doch naseweis und wunderfitzig erlernt sie schnell, was neu und witzig. sie fragt und ratscht und lacht und bechert mit jedermann, ist nie verknöchert!"
hier das kurz darauf im amts- und mitteilungsblatt der gemeinde eisenbach veröffentlichte abschiedsgedicht:
http://www.eisenbach.de/servlet/PB/show/1326385/MTB%20Eisenbach%20KW%2036.pdf
als wäre ich nicht schon genug gerührt gewesen, machte mir maria schuler dieses geschenk:
und hierfür fehlen mir die worte: vor einigen tagen schon haben die schulers dem kuhkalb, das ich mit auf die welt brachte, den namen barbara gegeben. sie werden es nicht, wie geplant, verkaufen. sie behalten barbara.
zum abschluss gabs noch ein kleines quiz, bei dem das letzte exemplar von dem bauernkalender verlost wurde, den ich mit marie zusammen gemacht habe. alle, ausnahmslos alle, beantworteten die beiden fragen richtig. wie heisst die dorfschreierin und wohin geht sie ende august zurück? PS: ein lustiger verschreiber, so wird aus der dorfschreiberin eine dorfschreierin.

tobias war so mutig und hat seine geschichte aus dem buch vorgelesen.
und auch laura, silas, arne und linda, die am "zeit"-geschichtenwettbewerb mitgemacht haben, ließen es sich nicht nehmen, aus ihren werken vorzutragen.
etwa 60 eisenbacher und schollacher waren gekommen. unter ihnen die komplette familie schuler, und auch bruder franz samt seiner frau waltraud. sogar zwei männer aus der cego-runde vom bierhäusle gaben sich die ehre.
bauer klaus vertrat bürgermeister kuckes, der im urlaub weilt. in einem exemplar des buches "überdacht", in öl gemalte schwarzwalddächer mit texten von roswitha stemmer-beer und ulrich beer, hat er sich mit einer widmung verewigt. nach einem zitat aus dem buch - "man muss den schwarzwald mit den augen sehen und im herzen fühlen. der schwarzwald ist die wiedererweckung eines gefühls. das ist sein geheimnis" - schreibt er: "frau bollwahn, sie haben während ihres dreimonatigen stipendiums als dorfschreiberin genau hingeschaut mit ihren augen - und erspürt mit ihrem herzen. auch sie waren sicher manchmal ergriffen vom schwarzwald - der natur, den gebäuden, vor allem aber auch den menschen. auch sie haben uns gerührt. ihre sichtweise, ihre art, dinge aus einem neuen, einem für uns ungewohnten blickwinkel zu betrachten - und sprachlich zu kommentieren - waren für uns eine sehr große freude." da war ich gerührt. gerührt war ich auch über das geweih des rehbocks, den klaus schuler in meinem beisein erlegt hat! 
jürgen holtz, vorsitzender vom verein "kreatives eisenbach", der einen korb voller schwarzwald brachte - schinken, honig, kirschwasser (bio!)- beeindruckt mich schwer mit einem tollen gedicht. das fängt so an: "als bärbel bollwahn lobesam ins schollach-tal gezogen kam, da wusste sie vom schwarzen wald nur, dass er groß ist, schön und alt! doch naseweis und wunderfitzig erlernt sie schnell, was neu und witzig. sie fragt und ratscht und lacht und bechert mit jedermann, ist nie verknöchert!"
hier das kurz darauf im amts- und mitteilungsblatt der gemeinde eisenbach veröffentlichte abschiedsgedicht:
http://www.eisenbach.de/servlet/PB/show/1326385/MTB%20Eisenbach%20KW%2036.pdf
als wäre ich nicht schon genug gerührt gewesen, machte mir maria schuler dieses geschenk:
und hierfür fehlen mir die worte: vor einigen tagen schon haben die schulers dem kuhkalb, das ich mit auf die welt brachte, den namen barbara gegeben. sie werden es nicht, wie geplant, verkaufen. sie behalten barbara.
zum abschluss gabs noch ein kleines quiz, bei dem das letzte exemplar von dem bauernkalender verlost wurde, den ich mit marie zusammen gemacht habe. alle, ausnahmslos alle, beantworteten die beiden fragen richtig. wie heisst die dorfschreierin und wohin geht sie ende august zurück? PS: ein lustiger verschreiber, so wird aus der dorfschreiberin eine dorfschreierin.
Freitag, 21. August 2009
Potzblitz!
heute morgen hat wenige meter vom beierleshof ein blitz eingeschlagen, dessen wucht mich fast aus dem bett geworfen hat. 1939 ist die schollacher kirche durch einen blitzeinschlag abgebrannt. heiliger strohsack, dachte ich, so einen blitz, noch dazu aus heiterem himmel, habe ich noch nicht erlebt. bauer klaus meinte, es habe oben am waldrand geraucht. kaum hatte ich mich von der wucht und dem schrecken dieser funkenentladung erholt, suchte mich der nächste schrecken heim, als ich meinen laptop einschalten wollte. der war tot, mausetot. mehr nit geht nit. den computer brauche ich heute abend für meine offizielle verabschiedung in der wolfwinkelhalle. vom roman, an dem ich täglich weiter schreiben muss, ganz zu schweigen. warum habe ich nicht immer abends, wie es maria schuler mit dem fernseher macht, den stecker vom ladegerät rausgezogen? doch vorwürfe brachten mich nicht weiter. "ruf doch mal den laule an", meinte bauer klaus. siegfried laule vom jockenhof kannte ich bisher nur vom telefon. er betreibt im netz die seite www.schollach.de und ich habe ihm mal fotos vom konzert vom männergesangsverein geschickt. wenige minuten nach dem anruf bei ihm stand er hier in der guten stube. und was soll ich sagen? dieser mann, der sich seit den anfängen für computer interessiert und einige jahre als systemadministrator gearbeitet hat, hat fähigkeiten, die ich mir nicht erklären kann. auch er hatte keine erklärung, wie er das tote gerät zum leben erweckt hat. ich bin ja eher rational gestrickt. doch vielleicht fange ich jetzt an, an hand auflegen zu glauben ... es leben die dinge zwischen himmel und erde, die unerklärlich sind! als der mann mit den magischen händen mein problem gelöst hatte, sagte ich zu ihm, dass der tote computer nur ein vorwand gewesen sei, um ihn mal kennenzulernen. da hat er herzlich gelacht. zum abschied habe ich ihm ein exemplar von "der klassenfeind und ich" geschenkt. das will er nach paris mit nehmen, wohin er morgen mit seiner französischen frau fährt.


Donnerstag, 20. August 2009
Fahrt zur "Kalten Herberge"
die freiwillige feuerwehr von schollach, die es seit 50 jahren gibt, hat von der gemeinde eisenbach die meisten mitglieder: 32. 32 der etwa 250 schollacher bewohner löschen, wenn's brennt. 32 sind mit dem feuerfahrzeug vom typ TSF-W samt allradgetriebenem und wasserführendem tragkraftspritzenanhänger unterwegs oder bedienen die vom pfarrer gesegnete feuerwehrpumpe. weitere 12 sind in der sogenannten altersmannschaft, also nicht mehr aktiv. für diejenigen, die im vergangenen jahr zu allen übungen, sitzungen etc., überhaupt immer und pünktlich gekommen sind, die besonders aktiven also, gab es gestern eine belohnung: eine fahrt mit dem wald- und wiesenwägele vom gasthof blessing in schollach, zum essen in das gasthaus "kalte herberge", gelegen an den zwei großen fernwanderwegen des schwarzwaldes am west- und mittelweg. mir kam als dorfschreiberin die ehre zuteil, mitfahren zu dürfen. weil ich ja auch nichts anbrennen lasse. dieser kalauer muss jetzt sein.
dreimal darf geraten werden, wer das holzwägele samt bier- und kerzenhaltern, das von einem über 50 jahre alten MAN-traktor gezogen wird, gebaut hat. 
genau, bauer klaus, der selbstredend seit jahrzehnten auch bei der freiwilligen feuerwehr ist. rumpel pumpel ging es die straße den hochberg hoch und dann rechts in den schönen wald hinein zur "kalten herberge", die im jahr 1480 das gastrecht bekam. über den ursprung des namens "kalte herberge" gibt es mehrere deutungen: die schaurigste besagt, dass in 1029 meter höhe über dem meeresspiegel so kalt sei, dass im juni vor über hundert jahren ein handwerksbursche, der auf der ofenbank übernachtet habe, erfroren sein soll. vielleicht ist es aber auch so, dass in unruhigen zeiten die bauern aus der nachbarschaft und bürger aus den nahegelegenen städten ihre vorräte und wertsachen in den versteckten kellergewölben des gasthauses in sicherheit gebracht haben. im alten schwarzwälder dialekt heißt "verstecken" gleich "verkalten". die rinderzunge jedenfalls war gut.
dreimal darf geraten werden, wer das holzwägele samt bier- und kerzenhaltern, das von einem über 50 jahre alten MAN-traktor gezogen wird, gebaut hat. 
genau, bauer klaus, der selbstredend seit jahrzehnten auch bei der freiwilligen feuerwehr ist. rumpel pumpel ging es die straße den hochberg hoch und dann rechts in den schönen wald hinein zur "kalten herberge", die im jahr 1480 das gastrecht bekam. über den ursprung des namens "kalte herberge" gibt es mehrere deutungen: die schaurigste besagt, dass in 1029 meter höhe über dem meeresspiegel so kalt sei, dass im juni vor über hundert jahren ein handwerksbursche, der auf der ofenbank übernachtet habe, erfroren sein soll. vielleicht ist es aber auch so, dass in unruhigen zeiten die bauern aus der nachbarschaft und bürger aus den nahegelegenen städten ihre vorräte und wertsachen in den versteckten kellergewölben des gasthauses in sicherheit gebracht haben. im alten schwarzwälder dialekt heißt "verstecken" gleich "verkalten". die rinderzunge jedenfalls war gut.Mittwoch, 19. August 2009
Blaue Flecke
heute hat mich zum ersten mal beim melken eine kuh getreten. volle pulle in die linke wade. ich hab mir ihr gesicht gut gemerkt. sie wird im neuen roman nicht gut weg kommen! kaum sind die blauen flecken an der rechten wade vom kickstarter von der vespa verschwunden, prangt nun ein stattliches exemplar auf der linken wade. eine halbe stunde später näherte sich die nächste bedrohung: bauer klaus führte den bullen zurück an seinen platz, nachdem er ihn erfolgreich einer kuh zugeführt hatte.
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