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Dienstag, 18. Oktober 2011

Chilbifeuer

wenige stunden nach der feuerwehrübung brannte es lichterloh am beierleshof: es war das chilbifeuer.
ich hatte eine herbstmaske gebastelt. es sollte den schollachern und auswärtigen besuchern nicht nur feuer unterm hinter, sondern auch angst gemacht werden.

mit dabei war auch der "hühnerbaron" aus linach, michael dengler, der neben seinen töchtern chilbiküchle und most mitgebracht hatte:

Montag, 17. Oktober 2011

Feuerwehrprobe

hier im schollachtal üben nicht nur die musiker, sänger und cegospieler regelmässig, sondern auch die feuerwehr. am samstag hat die gesamtwehr eisenbach eine herbsthauptprobe in schollach durchgeführt. vier züge kamen mit blaulicht und sirene angerückt, aus schollach, oberbränd, eisenbach und bubenbach. mit einer nebelmaschine wurde qualm erzeugt und so getan, als ob das wunderschöne "kaspilis hisli" nach einem blitzeinschlag brennen würde. neu war mir, dass feuerwehrmänner floriansjünger heißen. 62 von ihnen waren bei der großbrandübung im einsatz.
die einsatzleitung hatte thomas sigwart, tischler von schollach und stellvertretender kommandant der feuerwehr von schollach:
sein chef wiederum ist bauer klaus schuler, der auch tischler ist, und außerdem kommandant der schollacher feuerwehr.
über ihm steht, als ober-haupt-löscher sozusagen, bürgermeister alexander kuckes (unten rechts im bild), der natürlich auch dabei war.
ich war heilfroh, dass es nur eine übung war - auch wenn aus den schläuchen echtes wasser rauskam. aber nicht auszudenken, wenn dieses schöne alte haus wirklich in flammen aufgehen würde. damit eben das nicht passiert, spritzten die floriansjünger, dass es eine wahre freude war.
zu einer richtigen übung gehören "opfer", das heisst: es galt auch, menschenleben zu retten.
die übung war spannender als irgendein fernsehprogramm. die bevölkerung von schollach hat entsprechend gebannt zugeschaut.




zufrieden mit dem ablauf zeigte sich gesamtkommandant reinhold teichgräber (links im bild):
es war mir ein ein vergnügen, nach der übung einen schluch, also einen schlauch, zusammenzurollen.
nach der löschübung wurde der einsatz ausgewertet, hier von klaus schuler und seinem stellvertreter thomas sigwart, dessen wohnhaus samt werkstatt gegenüber vom "kaspilis hisli" ebenfalls als "brandobjekt" verwendet wurde. auch da war ich heilfroh, dass es kein ernstfall war. in sigwarts werkstatt steht der alte stuhl vom boden von maria schuler, den er abschleift und poliert, bevor ich ihn in meine wohnung in berlin stellen kann.
nach dem fiktiven brand wurde vor dem feuerwehrhaus richtiger brand gelöscht.
alle beteiligten bekamen gutscheine für essen und trinken.
drei wichtige männer von eisenbach-schollach: feuerwehrkommandant schuler, bürgermeister kuckes und ortsvorsteher kleiser.
und jede menge anderer verdienstvoller bürger des hochschwarzwaldtales.

Freitag, 14. Oktober 2011

Wieder beim Cego

die donnerstagsrunde im bierhäusle ist jedes mal amüsant und unterhaltsam. da sitzen männer jeden alters beisammen, mit und ohne bart, aber mit lauten stimmen, die "fort!", "fort sole!", "schufle!" rufen. es wird viel geschwatzt und um wenig geld gespielt, centbeträge.
jedes mal bringt einer der herren, dem das "backhäusle" in neustadt gehört, zwei grosse kuchenpakete mit. die werden aber nie vor 23 uhr geöffnet. so lange liegen sie auf dem klavier unter dem ausgestopften wildschweinkopf.
und so klingt es, wenn cego gespielt wird:


und so wird gezahlt:
http://www.youtube.com/watch?v=VeEluIWsNJE

zwei cegospieler hatten chilbiküchli dabei.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Einkauf auf dem Höchst und Chilbiküchli

immer gut gelaunt und gut sortiert: der laden von isolde müller auf dem höchst in eisenbach:


unbedingt mit musste noch ein stück käse von hier:


dann gings paar meter weiter zur fleischerei, wo es zum schwarzwälder schinken noch einen tipp gab:


in der badischen zeitung war zu lesen, dass das bundespatentgericht in münchen entschieden hat, dass schwarzwälder schinken nicht nur im schwarzwald hergestellt, sondern auch geschnitten und verpackt werden muss. bereits seit 1997 ist der schwarzwälder schinken al regionale angabe geschützt. nur schinken, der hier geräuchert wurde, darf sich so nennen. woher das fleisch dafür verwendet wird, ist abe wurscht.
zurück auf dem beierleshof in schollach, roch es gut. wenige meter hinter dieser kuh, die vor dem wohnhaus steht, hatte bäuerin silvia die ersten chilbiküchli gemacht.
die sahen gut aus und schmecken auch so.

Der Schwarzwald aus der Luft

am dienstag habe ich mein schicksal in die hände von alfred rombach aus waldau gelegt. obwohl der 64jährige nur neun finger hat - der zeigefinger der linken hand blieb im kindesalter in einer holzsägemaschine - hatte ich vollstes vertrauen. rombach fliegt seit über 30 jahren und hat bisher etwa 5.000 starts, 1.200 flugstunden mit rundflügen und diverse privatflüge ins rheinland bis hin ins ehemalige ostpreußen absolviert - entgegen den spötteleien von kumpels, die meinten, er komme nicht einmal bis hüffingen. ich sagte begeistert zu, als er mich bei bestem wetter und bester thermik zu einem rundflug mit einer C 42 B mitnahm. lustig fand ich, dass es sich um ein ultraleichtflugzeug handelt, das 400 kilo wiegt, und der pilot selbst 110 kilo auf die waage bringt. das ermöglicht es ihm, das flugzeug locker mit einer hand aus der halle auf den flugplatz der "segelfluggruppe reiselfingen e.V." zu schieben, nur wenige kilometer luftlinie von schollach entfernt.
die C 42 B kostet etwa 70.000 euro, gehört dem verein, und wurde von einem ehemaligen testpiloten der nationalen volksarmee konstruiert (!), den es in den schwarzwald verschlagen hat. im tank waren etwa 40 liter superplus, genug für etwa 450 kilometer oder drei flugstunden.
http://www.youtube.com/watch?v=lozCh2c3pz8

bevor es in die luft ging, galt es, eine liste mit sicherheitschecks abzuarbeiten. unter anderem müssen die rotorenblätter eine weile per hand gedreht werden, bevor sie sich später mit 2.000 umdrehungen pro minute so schnell drehen, dass man sie nicht mehr sehen kann. auch das macht rombach mit links und vier fingern.
nachdem der motor warmgelaufen war, flogen wir los. vorher hatte rombach angeboten, die tür neben mir auszuhängen, wegen der besseren sicht nach unten. "das wird nur e weng ungemütlich." ich lehnte dankend ab.




in wenigen minuten warenw ir auf 3.500 fuss, bald auf 4.000, 5.000 und schließlich auf 6.500 fuss höhe. das sind etwa 1.600 meter. "aus dem alter bin ich raus, wo ich kleine mädchen erschrecken muss", sagte rombach lachend.
und dann fragte er: "willscht mol fliege?" entsetzt schaute ich ihn an. "ich will auch wieder lebendig runter", ermunterte er mich. einige sekunden hielt ich respektvoll den steuerknüppel, damit er ein bild von mir machen konnte.

rombach erklärte mir die orte, die wir überflogen: den hochberg mit dem gasthof engel, seinen hof in waldau mit den mutterkühen auf der weide, das simonswälder tal, die hexenlochmühle, das höllental, breitnau, den titisee, die ravennaschlucht, altglashütte, den schluchsee, den er noch nie mit so viel wasser gesehen hat, den hotzenwald, st. blasien, die rothausbrauerei, den feldberg, die wutachschlucht usw. der wald unter uns war so klein, dass die bäume wie tannennadeln aussahen und eine herde schafe wie dahin gestreute gnocchi.
+
natürlich drehten wir auch eine runde über das schollachtal.


und so sieht der beierleshof, auf dem ich wohne, von oben aus.
nach einer stunde wollte rombach zur landung ansetzen. aber die thermik wollte nicht so, wie er wollte. deshalb musste er einen zweiten anlauf nehmen. sanft setzte er die maschine auf die wiese. ich putzte die scheiben und tragflächen des flugzeugs, während rombach die nötigen papiere ausfüllte. ein einstündiger rundflug kostet nur 72 euro. www.sfg-reiselfingen.de

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Ein SWR 4-Beitrag

heute war mein letzter tag an der schule. ein letztes mal hieß es:


ich war "e weng" nostalgisch. toll war aber, dass ich selbst am lehrertisch sitzen und "lehrerin spielen" konnte.
etwa die hälfte der klasse 4 hatte den radiobeitrag im SWR4 am morgen gehört. nicole war so clever, den beitrag auf kassette aufzunehmen und in die schule mitzubringen. so haben wir ihn alle zusammen angehört.
auf der seite vom SWR4 dazu sind die collagen aller viertklässler im originalton zu hören. und unten auf der seite ist dann das interview zu hören, das im morgenmagazin lief:
http://www.swr.de/swr4/bw/regional/suedbaden/-/id=259298/nid=259298/did=8721214/sfzxz3/index.html
"echt luschtig!", "voll cool!", lautete die einhellige meinung. "witzig" und "komisch" fanden es viele kinder, als die eigene stimme aus dem radio kam.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Falscher Alarm

bevor klaus gülker wieder nach freiburg fuhr, wollte ich ihm noch die hochschwangere kuh zeigen, die klaus schuler gestern von der weide geholt hatte. kaum waren wir im stall, sah ich meterlangen glibber und blut hinten an der kuh.
ich rannte zum wohnhaus und klingelte sturm und rief: "schnell!! es ist soweit!!" silvia schuler schaute mich amüsiert-überrascht an. "das kälbchen ist gestern nacht zur welt gekommen, allein." das, was ich da hatte hängen und glibbern sehen, war die nachgeburt. wenige meter neben der kuh war das neugeborene kälbchen, das ein jungbulle ist.
wenige stunden nach der geburt stand der jungbulle, der in einigen wochen verkauft wird, bereits auf seinen wackligen beinen.



Der SWR in Eisenbach

heute gab es kein halten mehr in der klasse 4 der lichtenbergschule in eisenbach. ein leibhaftiger radiojournalist war zu besuch, klaus gülker vom SWR 4. geduldig, unterhaltsam und anschaulich beantwortete er die fragen und erklärte, wie radio funktioniert, was für programme und schwerpunkte es gibt, was zur arbeit eines radiojournalisten gehört. gülker, der ursprünglich deutsch und geschichte auf lehramt studiert und auch ein referendariat gemacht hat vor vielen jahren, hat so eine wunderbar anschauliche unterrichtsstunde in sachen radio gegeben. viele schüler wollten in erster linie wissen, welche prominenten menschen er schon getroffen hat - den papst? die kanzlerin? DJ ötzi? rennfahrer, fussballer oder bands, dessen namen er noch nie gehört hatte. unbeirrt klärte er die jungen radiohörer darüber auf, dass oftmals die einfachen leute viel spannender sind als die sogenannten promis.
aber nicht nur die kinder waren begeistert. sie beeindruckten klaus gülker mit "herr von ribbeck auf ribbeck im havelland" von theodor fontane.


als ein mädchen fragte, ob er theodor fontane schon einmal getroffen habe, informierte der radiojournalist sie über das ableben fontanes vor langer zeit. und erklärte den kindern, wie ein aufnahmegerät funktioniert, bei welcher lautstärke der pegel wie weit ausschlägt.


der radiobeitrag ist morgen 7.15 uhr im morgenmagazin von SWR 4 zu hören. "da sind wir daheim", so das motto des senders.