vergangene woche war karl meister, förster aus oberbränd, mit seiner familie auf berlinbesuch. nachzulesen heute in der taz:
* 09.06.2010
IM GAMBRINUS
Tischgebet
Im vergangenen Sommer war ich drei Monate Dorfschreiberin in einem kleinen Dorf im Hochschwarzwald, wo mir an jeder Ecke Unbekanntes begegnete. Unter anderem lernte ich den Förster kennen, der mit mir auf Auerhahnpirsch ging und mich zu einem wunderbaren Rehrücken in sein schönes Heim aus Holz einlud. Als ich mich auf das Essen stürzten wollte, forderte er das jüngste seiner vier Kinder auf, das Tischgebet zu sprechen. Um nicht zu verhungern, kam der Junge der Aufforderung nach. "Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen." Es war ein fremdes Revier für mich.
Vor wenigen Tagen war der Förster mit seiner Frau und den Kindern zu Besuch in Berlin. Olympiastadion, Wachsfigurenkabinett, Reichstag, Potsdamer Platz, was Leute von außerhalb so anschauen, wenn sie in der Hauptstadt sind. Ich hatte einen Tisch im "Gambrinus" bestellt, dieser Restauration in der Linienstraße schräg gegenüber vom Tacheles, wo es deftige Berliner Küche gibt. Während der Förster und ich eine Molle zischten, wurden die Kinder bei den Gerichten "aus fremden Töpfen und Pfannen" fündig und bestellten fast ausnahmslos "Italienisches Schnitzel", Schnitzel auf Spaghetti. Die Mutter wagte sich an einen "Bremsklotz", eine Berliner Riesenboulette mit Biersoße, Mischgemüse und Kartoffeln, der Vater an ein "Ofenrohr", Rinderroulade mit Rotkohl und Kartoffelkloß. Ich nahm "Berliner Leber". Als die Kellnerin das Essen brachte, wetzten alle sogleich das Besteck. "Wie?", fragte ich, "und das Tischgebet?" Der Förster forderte seinen Jüngsten auf, das zu übernehmen. Weil der partout nicht wollte, sprach er selbst die salbungsvollen Worte, während die anderen die Hände falteten. "Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen." Neben ihm auf der Bank lag der grüne Filzhut, den er sonst in seinem Revier aufhat. BARBARA BOLLWAHN
Mittwoch, 9. Juni 2010
Montag, 31. Mai 2010
barbara auf der weide!
Donnerstag, 12. November 2009
Post aus Eisenbach
heute kam ein brief von lena sühling, über den ich mich sehr gefreut habe. drin war ein exemplar der "geschichten aus dem koffer", also die geschichten, die lena, ramona, silas, arne, laura und linda für den "zeit"-geschichtenwettbewerb im schwarzwaldhäusle auf dem beierleshof in schollach verfasst haben. lena schrieb in ihrem brief u.a. von einer reise nach berlin im sommer, vom reichstag, brandenburger tor, gedächtniskirche, east side gallery etc. und: dass sie in einer eisdiele eisenbacher getroffen haben! ja hallo, wer war denn das?
Dienstag, 10. November 2009
Wie ich vor 20 Jahren den Mauerfall erlebt habe
da ja der sommer im hochschwarzwald schon ganz im zeichen der deutsch-deutschen annäherung stand, will ich euch nicht den artikel von gestern in der taz vorenthalten. ein text über meinen anfang im westen, der anfangs gar nicht so rosig erschien:
http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/das-grosse-erwarten/
http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/das-grosse-erwarten/
Dienstag, 3. November 2009
Nachlese
durch zufall fand ich im internet einen artikel, den die stuttgarter zeitung am 28. august 2009 veröffentlicht hat. da ist mir doch gleich wieder warm ums herz geworden.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2177837_0_1905_-barbara-bollwahn-45-alemannisch-statt-berlinerisch-landsleute.html
ps: von familie schuler auf dem beierleshof weiß ich, dass die barbara im stall wächst und gedeiht!
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2177837_0_1905_-barbara-bollwahn-45-alemannisch-statt-berlinerisch-landsleute.html
ps: von familie schuler auf dem beierleshof weiß ich, dass die barbara im stall wächst und gedeiht!
Dienstag, 1. September 2009
Ankunft in Berlin
nach sechseinhalb stunden zugfahrt kam ich am montag abend halb zehn am hauptbahnhof an. eine freundin hat mich zum glück mit dem auto abgeholt. weil meine irische untermieterin noch in meiner wohnung war, habe ich eine nacht in kreuzberg verbracht. die hauptstadt empfing mich mit einer lauen sommernacht. doch bevor wir am marheinekeplatz eine molle, wie der berliner zum bier sagt, gezischt haben, hiess es, das gepäck hoch zu wuchten. wurschtbüchsen, schwarzwälder schinken, kirschwasser und badische weine zwangen mich fast in die knie ... 
im taxi gings dann heute mittag von kreuzberg nach friedrichshain, über die spree hinüber. auf den straßen autos und fahrradfahrer statt traktoren und kühe.

im taxi gings dann heute mittag von kreuzberg nach friedrichshain, über die spree hinüber. auf den straßen autos und fahrradfahrer statt traktoren und kühe.
Der Abschiedssonntag
kaum sass ich auf der vespa, um vom beierleshof aus meine abschiedstour durch schollach zu beginnen, kamen zwei wanderer des wegs. sie hatten sich e weng verlaufen und fragten nach wasser für ihren hund. das pärchen kam aus sachsen! gern habe ich ihnen gesagt, wo es lang geht und dem tierchen von dem reinen schwarzwälder wasser gegeben.
ich hatte einige ausgaben der taz mit dem artikel über meine dorfschreiberzeit dabei. mit grossem interesse las elfriede im schneckenhof die zeitung aus dem fernen berlin. und: sie spendierte eine runde sekt!
ihr bruder, der bei unserem ersten treffen gesagt hatte, "mit sachsen ham mir nix am hütli", nutzte die gelegenheit, alte sächsische illustrierte aus dem 19. jahrhundert zu zeigen und fotos von 1967 und 1968, als er in leipzig war.

als wir also gemütlich bei sekt und kuchen im garten von schneckenhof sassen, dabei war auch ewald, der hausmeister von der wolfwinkelhalle, kam herr witt, der drahtige radfahrer aus freiburg, den ich schon einmal auf der ofenbank im schwarzwaldhäusle abgelichtet hatte, vorbei. so ein zufall aber auch. zuvor hatte er vergeblich an meiner tür auf dem beierleshof geklopft.
dann gings natürlich zum guscht im bierhäusle. voller freude sah ich, dass eins der fotos, die ich ihm zum geburtstag geschenkt habe, schon einen ehrenplatz gefunden hat.
ein letztes mal schaute ich fasziniert zu, mit welcher bedächtigkeit guscht seine rechnungen schreibt:
dann versuchte ich, ihm eine reise nach berlin schmackhaft zu machen:
und wie sollte es anders sein, das vorerst letzte abendessen im hochschwarzwald gabs im gasthof "engel" auf dem hochberg. der verein "kreatives eisenbach" hatte klaus, silvia und maria schuler und meine wenigkeit eingeladen.



leider sind renate und jürgen holtz, auch vom verein, nicht auf dem bild. ich war wohl zu sehr mit dem essen und der abschiedsmelancholie beschäftigt. die vorzügliche rinderzunge, und alles andere auch, wurde natürlich wieder vom überaus charmanten juniorchef zubereitet.

jetzt hat roswitha noch ein bild geschickt, auf dem alle drauf sind:
ich hatte einige ausgaben der taz mit dem artikel über meine dorfschreiberzeit dabei. mit grossem interesse las elfriede im schneckenhof die zeitung aus dem fernen berlin. und: sie spendierte eine runde sekt!
ihr bruder, der bei unserem ersten treffen gesagt hatte, "mit sachsen ham mir nix am hütli", nutzte die gelegenheit, alte sächsische illustrierte aus dem 19. jahrhundert zu zeigen und fotos von 1967 und 1968, als er in leipzig war.

als wir also gemütlich bei sekt und kuchen im garten von schneckenhof sassen, dabei war auch ewald, der hausmeister von der wolfwinkelhalle, kam herr witt, der drahtige radfahrer aus freiburg, den ich schon einmal auf der ofenbank im schwarzwaldhäusle abgelichtet hatte, vorbei. so ein zufall aber auch. zuvor hatte er vergeblich an meiner tür auf dem beierleshof geklopft.
dann gings natürlich zum guscht im bierhäusle. voller freude sah ich, dass eins der fotos, die ich ihm zum geburtstag geschenkt habe, schon einen ehrenplatz gefunden hat.
ein letztes mal schaute ich fasziniert zu, mit welcher bedächtigkeit guscht seine rechnungen schreibt:
dann versuchte ich, ihm eine reise nach berlin schmackhaft zu machen:
und wie sollte es anders sein, das vorerst letzte abendessen im hochschwarzwald gabs im gasthof "engel" auf dem hochberg. der verein "kreatives eisenbach" hatte klaus, silvia und maria schuler und meine wenigkeit eingeladen.



leider sind renate und jürgen holtz, auch vom verein, nicht auf dem bild. ich war wohl zu sehr mit dem essen und der abschiedsmelancholie beschäftigt. die vorzügliche rinderzunge, und alles andere auch, wurde natürlich wieder vom überaus charmanten juniorchef zubereitet.

jetzt hat roswitha noch ein bild geschickt, auf dem alle drauf sind:
Montag, 31. August 2009
Ade Schollach!
die letzte nacht habe ich verdammt schlecht geschlafen. um vier bin ich wach geworden und konnte nicht mehr einschlafen. nachdem ich das schwarzwaldhäusle geputzt und aufgeräumt und das gepäck gepackt habe, bin ich vor zehn minuten das letzte mal mit der geliebten vespa gefahren. die hatte ich gestern abend vor dem bierhäusle stehen lassen. die abschiedstour zog sich über den ganzen sonntag und beim guscht habe ich dann die zeit vergessen. erst als bauer klaus halb acht den kopf zur tür rein steckte, wurde mir klar, dass es zeit war fürs abschiedsessen im gasthof "engel". alles weitere über den gestrigen tag, samt fotos und filmen, kommt morgen - dann aus berlin. drei monate sind eine lange zeit. und der abschied fällt verdammt schwer.
Samstag, 29. August 2009
Der letzte Samstag auf dem Beierleshof
alle haben einen schönen tag. die sonne scheint. die kühe sind auf der weide. und franz hilft seinem bruder klaus, den hochsitz fertig zu machen.

ramona und robin fahren einrad und dreirad:

und ich? ich musste im stall bleiben:

aber ich bekam zu fressen.

ps: warum ich nicht raus durfte? vielleicht liegt es ja an rick, dem fleissigsten kommentatoren dieses schwarzwaldblogs. klaus bauer ist sauer auf rick. er meint, der würde sich lustig machen über das landleben. dieser meinung bin ich überhaupt nicht. ich bin überzeugt, dass rick voller bewunderung und auch etwas neid ist. also, rick, klären sie das.

ramona und robin fahren einrad und dreirad:

und ich? ich musste im stall bleiben:

aber ich bekam zu fressen.

ps: warum ich nicht raus durfte? vielleicht liegt es ja an rick, dem fleissigsten kommentatoren dieses schwarzwaldblogs. klaus bauer ist sauer auf rick. er meint, der würde sich lustig machen über das landleben. dieser meinung bin ich überhaupt nicht. ich bin überzeugt, dass rick voller bewunderung und auch etwas neid ist. also, rick, klären sie das.
Beim Musikverein in Schollach
der MV schollach ist 51 jahre alt. aber er ist jung! das durchschnittsalter der knapp 40 musiker liegt bei 26 jahren. ausserdem ist der verein das jüngste mitglied des blasmusikverbandes hochschwarzwald e.V. jeden freitag tritt sich der MV schollach, der bei musikfesten, umzügen, frühschoppen, hochzeiten und kurkonzerten auftritt, zur probe im gemeindehaus. zum repertoire gehört natürlich blasmusik:
unauffällig wurde mir ein bier gereicht:
roland schuler, von 1997 bis 2004 dirigent, gab vertretungsweise den ton an:

einige musiker sind mit ihren instrumenten so verwachsen, dass sie kaum zu erkennen sind:
da muss man e weng um sie herum laufen:
der MV schollach schweift auch gerne in die ferne, mit "holiday in rio" zum beispiel:
bis zur musikprobe beim MV schollach wusste ich nicht, dass es ein lied namens "glasnost" gibt.

bisher dachte ich bei glasnost an gorbatschow und demokratie und weniger an musik. jetzt klingt glasnost für mich wie "a glas moscht":
unauffällig wurde mir ein bier gereicht:
roland schuler, von 1997 bis 2004 dirigent, gab vertretungsweise den ton an:

einige musiker sind mit ihren instrumenten so verwachsen, dass sie kaum zu erkennen sind:
da muss man e weng um sie herum laufen:
der MV schollach schweift auch gerne in die ferne, mit "holiday in rio" zum beispiel:
bis zur musikprobe beim MV schollach wusste ich nicht, dass es ein lied namens "glasnost" gibt.

bisher dachte ich bei glasnost an gorbatschow und demokratie und weniger an musik. jetzt klingt glasnost für mich wie "a glas moscht":
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